logo        
   
Bestellhotline 04264/2003
 
 
   
Home
zum shop
   
unser Ziel
Ethik
Philosophie
   
Produkte
  Fütterungskonzept
  Hundeprodukte
   
Beratungszentrum
  Futterberatung
  Fachartikel
  Downloadbereich
  Fütterungspraxis
  FAQ's
 
Thetis Partner
 
Vita des Herstellers
   
Kontakt/Impressum
   
 
   
   
   
   
   
   

Futtermitteldeklarationen richtig verstehen

Präambel

Erinnern Sie sich noch an die Zeit, als das Landwirtschaftsministerium aufgelöst wurde und die neue Superbehörde für Verbraucherschutz gegründet wurde?

Nun sollte endgültig Schluss sein mit unverständlichen Aufdrucken auf Verpackungen, nun sollte der Kunde selbst entscheiden können, was er kaufen will, der Kunde sollte umfassend informiert werden und Zusatzstoffe sofort erkennen können.

Alle haben Beifall geklatscht, jeder war zufrieden, aber was ist nun nach weiteren 15 Jahren passiert?

Ist mir etwas entgangen oder ist der Sack- bzw. Dosenaufdruck immer noch genauso verschlüsselt wie zuvor??

Nein halt, wichtige Änderungen sind eingetreten: nun heißt es nicht mehr "Einwaage 15 kg" oder "Inhalt 15 kg" nun heißt es viel verständlicher "Nettomasse 15 kg".

Hier ist der Verbraucherschutz ein großes Stück voran gekommen.


In Wirklichkeit ist die Transparenz nicht besser geworden:

  • Zusatzstoffe dürfen zu großen Teilen weiterhin unerwähnt bleiben,

  • gentechnisch hergestellte Stoffe müssen nicht deklariert werden

  • Antioxidantien, auch übelster Sorte können unerwähnt bleiben, wenn man sie nur den Komponenten beimengt

  • bei Metadosen schädliches Vitamin E heisst niedlich "stark tocopherolhaltige Extrakte pflanzlichen Ursprungs", klingt doch viel symphatischer als Antioxidans

  • Zusatzstoffe tragen jetzt den Titel "ernährungsphysiologisch"; klingt nach Gesundheit ist aber reine Chemie

  • die Deklaration der Fleischkomponenten gleicht einem Verwirrspiel mit Worten, durch das kein Mensch mehr durchblickt

nach oben

Neues vom Kadavermehl TTIP lässt grüssen

War es ein grosser Fortschritt das Kadavermehl seid der BSE Krise nicht mehr in Heimtierfutter eingesetzt werden durfte weicht das Damoklesschwert des Freihandelsabkommens mit den USA (TTIP) das über uns kreist, sozusagen im vorrauseilendem Gehorsam diese gute Gesetzeslage auf.

Wie in Kapitel II des Amtsblattes der EU L54 vom 26.2.11 steht muss beim Transport von Kat 1 Material (Kat 1 Material ist Kadavermehl) folgende Kennzeichnung geführt werden: Zitat:'"'Nur zur Herstellung von Heimtierfutter' sofern es zur Herstellung von Heimtierfutter bestimmt ist"' Zitat Ende. Nanu war Kadavermehl in Heimtierfutter nicht verboten?!?! Aber das Amtsblatt L300/26 bietet Aufklärung.

Denn im Amtsblatt L300/26 Artikel 35 ist zu lesen:
"Die Unternehmen können Heimtierfutter in den Verkehr bringen sofern

a) die Produkte aus folgendem gewonnen wurden
....
ii) im Falle von eingeführtem Heimtierfutter oder Heimtierfutter aus eingeführten Materialien, aus Material der Kategorie 1 im Sinne des Artikels 8 Buchstabe c vorbehaltlich der Bedingungen gemäß Artikel 40 Absatz 1 Buchstabe a
"
Also Kat. 1 Material (Kadavermehl) ist wieder zugelassen, sofern das Produkt oder der Rohstoff für ein Hundefutter von ausserhalb der EU eingeführt wird. Und wer kontrolliert ob die einschränkenden Bedingungen eingehalten werden? Wahscheinlich niemand, man muss vermutlich nur ein Papier beibringen!
Und das schönste zum Schluss: nach einer internen Information durch einen hochrangigen Vertreter der Futtermittelüberwachung soll dieses Kadavermehl demnächst den schönen Namen Fleischmehl führen dürfen.
Na das nenne ich mal eine passende Bezeichnung!! Aber was tun wir nicht alles für ein Freihandelsabkommen,das unsere multinationalen Konzerne doch so sehr brauchen.

Fleisch, Innereien etc., dass aus dem Bereich der Produktion für den Menschen stammt, also auch für Menschen verzehrtauglich ist führt nicht mehr den Namen Fleisch, sondern bekommt den Namen "verarbeitetes tierisches Protein" .
Also wir fassen zusammen: Kadaver wird Fleisch und Fleisch wird "verarbeitetes tierisches Protein"?? Hier beweisst die EU extrem gutes Sprachgefühl.

Im Endeffekt ist Deklaration von tierischen Zutaten also mehr als irreführend und hieraus läst sich nichts über die Qualität der verabeiteten Rohstoffe ablesen. Der einzige Weg die Qualität zu überprüfen ist eine Analyse der Aminosäuren und die subjektive sensorische Prüfung, denn gute Rohstoffe riechen nicht schlecht, auch im Hundefutter nicht.

nach oben

Gehalt an Inhaltsstoffen für Mathematikfans

Unter dem "Gehalt an Inhaltsstoffen" versteht man die chemisch messbaren Werte des Futters. Diese Stoffe wurden nicht zugesetzt, sondern die Summe der Zutaten ergibt chemisch gesehen den "Gehalt an Inhaltsstoffen".

Nehmen wir mal ein Stück Fleisch so ergibt sich bei der chemischen Analyse:
Trockensubstanz: 27%
Rohprotein: 21%
Rohfett: 4%
Rohfaser: 0%
Rohasche: 1%
Rohwasser: Rohwasser = 100 - Trockensubstanz also 100 - 27 = 73% Wasser

oder grüner Pansen:
Trockensubstanz: 28%
Rohprotein: 20%
Rohfett: 5%
Rohfaser: 1,1%
Rohasche: 1,2%
Rohwasser: Rohwasser = 100 - Trockensubstanz also 100 - 28 = 72% Wasser

oder Haferflocken:
Trockensubstanz: 90%
Rohprotein: 12%
Rohfett: 7,6%
Rohfaser: 3%
Rohasche: 1,9%
Rohwasser: Rohwasser = 100 - Trockensubstanz also 100 - 90 = 10% Wasser

Bei einem Hundefutter wird die gleiche chemische Analyse durchgeführt und es ergeben sich eben auch Werte für Rohprotein, Rohfett, Rohfaser, Rohasche, Rohwasser.

Um ein Trockenfutter mit einem Nassfutter vergleichen zu können, werden die Nährwerte immer auf einen Trockensubstanzanteil von 90% gerechnet, was dem Trockensubstanzanteil von Trockenfutter entspricht.

Die Formel dazu lautet:
Rohprotein in der Trockensubstanz von 90% = Rohproteinanteil * 90 / Trockensubstanz
Rohfett in der Trockensubstanz von 90% = Rohfettanteil * 90 / Trockensubstanz
etc.

Zum Beispiel für das magere Rindfleisch von oben:
Rohproteinanteil in der Trockensubstanz von 90% = 21 * 90 / 27 = 70%
Rohfettanteil in der Trockensubstanz von 90% = 4 * 90 / 27 = 13,33%

oder
Zum Beispiel für den grünen Pansen von oben:
Rohproteinanteil in der Trockensubstanz von 90% = 20 * 90 / 28 = 64%
Rohfettanteil in der Trockensubstanz von 90% = 5 * 90 / 28 = 16%

und die Haferflocken:
Rohproteinanteil in der Trockensubstanz von 90% = 12 * 90 / 90 = 12%
Rohfettanteil in der Trockensubstanz von 90% = 7,6 * 90 / 90 = 7,6%

Diese Formel ist zum Beispiel wichtig, um den relativen Fettanteil zu errechnen, wenn der Veterinär eine fettarme Leberdiät verschrieben hat.

So sieht das Dosenfutter mit beispielsweise:
Rohprotein: 10%
Rohfett: 6%
Wasser: 78%
Trockensubstanz = 100% - 78% = 22%

fettärmer aus als das Trockenfutter mit:
Rohprotein: 24%
Rohfett: 12%
da ja der Rohfettgehalt auf den ersten Blick nur die Hälfte von dem des Trockenfutters beträgt.

Machen wir die Futtermittel jetzt vergleichbar, ergibt sich allerdings:
Rohfett in der Trockensubstanz der Dose: 6 * 90 / 22 = 24,5%
und damit ist der tatsächliche relative Fettanteil im Dosenfutter doppelt so hoch wie im Trockenfutter.

Der Gehalt an Inhaltsstoffen ermöglicht also einen Vergleich verschiedener Futtermittel bezüglich ihrer chemischen Analyse.

Allerdings leidet diese Vergleichbarkeit an zwei erheblichen Mängeln:

a)
die Toleranzen für die Richtigkeit der Werte sind im Heimtierbereich extrem groß. So darf ein Trockenfutter mit beispielsweise deklarierten 24% Rohprotein einen tatsächlichen Rohproteingehalt in einer Spanne von 21,8% bis 30,4% aufweisen, um noch als richtig deklariert zu gelten.

Oder deklarierte 10% Rohfett gelten immer noch als richtig deklariert, wenn der tatsächlich gemessene Rohfettanteil zwischen 7,5% und 12,5% liegt.

Hier spiegelt sich einerseits die starke Ungenauigkeit der chemischen Analysen wieder und andererseits ein gewisses Wohlwollen des Gesetzgebers gegenüber der industriellen Futtermittelindustrie und

b)
es ist eben nur eine chemische Analyse, die beispielsweise Eiweiße aus Hühnerfedern nicht von denen aus Fleisch unterscheiden kann, und auch Altöle aus der Industrie als Rohfett ausweist, da sie nicht zwischen verschiedenen Fetten unterscheiden kann.

Trotzdem stellt die chemische Analyse einen gewissen Wert bei der Beurteilung eines Futtermittels dar, sofern Sie den Hersteller für vertrauenswürdig halten.

nach oben

Über den Aussagewert der Analysewerte

Rohprotein:
die Summe aller Eiweißverbindungen, die im Futter vorhanden sind. Eiweiße bestehen aus einzelnen Aminosäuren.

Erst die Aufschlüsselung der Eiweiße nach Ihrem Aminosäuremuster ergibt einen Überblick über die Wertigkeit des Eiweißes (hochwertiges Eiweiß z.B. aus Fleisch oder minderwertiges Eiweiß z.B. aus Federn).

Da viele Aminosäuren als essentiell (lebensnotwendig und über die Nahrung zuzuführen, da der Körper sie nicht selber herstellen kann) gelten, sollte eine Analyse des Aminosäuremusters durchgeführt werden, um die komplette Versorgung des Hundes mit Aminosäuren sicherzustellen.

Der Rohproteingehalt des Futters gestattet hierüber keine Aussage, so daß selbst bei einem hohen Rohporteinanteil von 30% in der Trockensubstanz Eiweissmangelerkrankungen beim Hund auftreten können, und zwar durch ein Mangel an qualifizierten Aminosäuren.

Daher ist bei der Ernährung des Hundes eine einseitige Eiweißquelle (wie in vielen Zweikomponentenfuttern z.B. Reis/Lammfleisch oder Reis/Ente oder Känguru/Kartoffel) zu vermeiden. Diese Art der Eiweißversorgung darf nur diätetisch - bei schweren Futtermittelallergien - und zeitlich begrenzt durchgeführt werden, da sie eine sichere Aminosäureversorgung des Hundes kaum gewährleisten kann.

nach oben

Rohfett:
Die Summe aller Fette.
Auch hier haben wir das gleiche Problem wie bei der Eiweißmessung, dass nur Fette allgemein festgestellt werden können.

Eine Unterscheidung nach industriellen Ölen wie Hydraulik- oder Motorölen und Lebensmittelölen kann die Analyse nicht leisten.

Auch gibt der Rohfettgehalt keinerlei Anhaltspunkte, ob der Hund mit den lebensnotwendigen, ungesättigten Fettsäuren im ausreichenden Maß versorgt wird.

Denn für Öle und Fette gilt das Gleiche, wie für die Aminosäuren, der absolute Gehalt sagt nichts aus über die Wertigkeit der Fette.

Auch die in Mode gekommene Angabe des Omega 6 zu Omega 3 Verhältnisses ist eher ein Gag aus der Marketingabteilung, als eine wirkliche Aussage über ein ausgeglichenes Fettsäuremuster eines Futtermittels.

Interessant ist noch eine Analyse des Anteils an freien Fettsäuren, die einen Anhaltspunkt für den Anteil der ranzig gewordenen Fette liefern kann. Allerdings kann hier die geschulte Nase wesentlich mehr erfassen, als die chemische Analyse.

Steigt Ihnen beim intensiven Riechen am Futter der typische scharfe Geruch von ranzigem Fett in die Nase, wissen Sie eigentlich schon genug über den Anteil an freien Fettsäuren.

Der Rohfettbedarf des Hundes ist abhängig von der von Ihm geforderten Leistung.

So sollten Schlittenhunde im Renntraining mit einem erhöhten Fettgehalt im Futter gefüttert werden, da die spezifische Arbeit dieser Hunde eine optimale Energiebereitstellung aus gesättigten Fettsäuren erfordert, zumal die Arbeit mit der Übernachtung der Hunde im Freien bei extrem niederigen Aussentemperaturen kombiniert ist. Dies trifft allerdings auch bur auf Rassen zu (wie Huskys), die auch in der Lage sind grosse Mengen an Fett zu verstoffwechseln. Deutsche Jagdhunde (egal ob Kurz-, Draht- oder Langhaar) würden bei gleicher Arbeit, wie die Huskys von einer reichlichen Gabe gesättigter Fettsäuren krank werden, da diese Rassen die Fähigkeit zur Verstoffwechlung grosser Mengen gesättigter Fettsäuren (wie fast alle anderen Haushunderassen auch) verloren haben

Nur wenige Ausnahmen, wie der Husky bei intensiver Arbeit im Schnee stellen also Anforderungen an eine Mindestversorgung mit gesättigten Fettsäuren, für 99,99% der Hunde ist hingegen eine Überversorgung mit gesättigten Fettsäuren zu vermeiden..

Mangelerkrankungen können allerdings durch einen Mangel an ungesättigten Fettsäuren auftreten. Da der Anteil und die Wertigkeit der ungesättigten Fettsäuren anhand der Analyse aber nicht erkannt werden können, hilft hier die Angabe Rohfett nicht weiter.

nach oben

Rohasche:
Die Rohasche wird analysiert, indem das Futter verbrannt wird und die übrig gebliebene Asche gewogen wird oder das Futter hochkonzentrierter Salzsäure ausgesetzt wird, so dass nur die anorganischen Substanzen zurückbleiben.

Die Rohasche ist - zumindest im Hundefutter - im Wesentlichen die Summe aller Mineralstoffe und Spurenelemente.

Da zwar ein gewisser Anteil an Mineralstoffen im Futter notwendig ist (Calcium, Phosphor, Magnesium, etc.), ein Zuviel aber als unverdauliche Masse (die zugegebenermaßen den Kot festigt) gelten muss, schreibt der Gesetzgeber eine Höchstmengendeklaration vor.

Sollten Calcium, Phosphor oder Magnesiumwerte separat ausgewiesen sein, so sind sie Teile der Rohasche und dürfen nicht dazu gerechnet werden.

Rohaschewerte von über 5% in Trockenfutter, das als Hundealleinfutter verfüttert wird, sollten gemieden werden, da ein Zuviel an Rohasche die Nieren belastet und zu vermehrter Zahnsteinbildung führt.

nach oben

Rohfaser:
Als Rohfaser werden absolut unverdauliche Pflanzenfasern bezeichnet. Die Rohfaser ist komplett Ballaststoff, aber auch andere Pflanzenfasern dienen als Ballaststoff.

Fleisch enthält keine Rohfaser.

Sollten Sie auf einer reinen Fleischdose einen Wert für Rohfaser entdecken, dann wissen Sie, dass grüner Pansen oder ein anderer Teil mit Pflanzenteilen besetzte Innerei verwendet wurde (was ja kein Nachteil sein muss).

nach oben

Zusammensetzung:
Unter dem Punkt Zusammensetzung finden sich die verwendeten Futterkomponenten, entweder offen deklariert (Zusammensetzung nach den Einzelkomponenten) oder geschlossen deklariert (Zusammensetzung nach den Futtermittelgruppen).

Da die Deklaration nach Einzelfuttermitteln sich häufig - im Umgang mit den Behörden - als kompliziert herausstellt, deklarieren viele Futtermittelhersteller geschlossen.

Eine Deklaration nach Einzelkomponenten liest sich etwa so:

Reis, Fleischmehl, Mais, Erbsen, Maiskleber, Calciumcarbonat

das Gleiche geschlossen wäre:

Getreide, Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse, Gemüse, pflanzliche Nebenerzeugnisse, Mineralstoffe.

Egal wie deklariert, lassen die Deklarationen nur wenig Rückschlüsse auf die Qualität der verwendeten Komponenten zu.

Bei der Deklaration nach Einzelfuttermitteln sollten natürlich Komponenten wie Maiskleber, Weizenkleber, Weizengluten, alle Arten von Sojaprodukten, Rübenmark, Trockenschnitzel nicht enthalten sein.

Bei der geschlossenen Deklaration sollte der Punkt pflanzliche Nebenprodukte fehlen, es sei denn, es ist genau geklärt, welche enthalten sind, z.B. pflanzliche Nebenerzeugnisse (Karottentrester 100%).

Meist sind hier aber billige (und ungesunde) pflanzliche Eiweißträger versteckt wie Maiskleber, Weizenkleber, Sojaextraktinsschrot.

Einen schönen Trick haben sich die Macher eines Stiftung Warentest "sehr gut" Kandidaten einfallen lassen: Sie setzen Inulinfaser zu, was gut für die Verdauung sein soll, führen diese unter pflanzliche Nebenerzeugnisse auf - in Klammern - und versuchen so zu suggerieren, dass Inulin die einzige Zutat unter diesem Punkt ist, obwohl Inulin nur 0,4% der pflanzlichen Nebenerzeugnisse (wohlgemerkt der pflanzlichen Nebenerzeugnisse, nicht des gesamten Futters) ausmacht.

Fragt sich, was der Rest - nämlich 99,6% der pflanzlichen Nebenerzeugnisse - ist.

Die Zutaten müssen bei beiden Arten der Deklaration in absteigender Reihenfolge ihrer Prozentanteile und zwar des tatsächlich eingemischten Produktes aufgeführt werden.

Wenn das Gemüse dann hinter den Mineralien steht und die Mineralien in der Regel maximal 2% ausmachen, dann kann man ungefähr abschätzen, dass nur alibihalber eine winzige Menge Gemüse eingesetzt wurde, um Gemüse auch noch auf die Verpackung schreiben zu können (auch bei selbigem "sehr gut" Kandidaten bei Stiftung Warentest auf der Verpackung nachzulesen).

Früher mussten Vitaminvormischungen (aus dem Gen/Chemiebaukasten) unter dem Punkt Zusammensetzung aufgeführt werden, was ja auch den Tatsachen bei 99% der Futtermittel entspricht, heute müssen diese Zusätze unter dem Punkt Zusammensetzung nicht mehr aufgeführt werden. Ein eindeutiger Rückschritt in der Verbraucherinformation.

nach oben

Gehalt an Zusatzstoffen:
Unter diesem Punkt finden wir nun alle gentechnisch/chemisch hergestellten Vitamine, die dem Futter zugesetzt worden sind.

Von dem ganzen Satz an zugesetzten Vitaminen sind allerdings nur die ausweispflichtig, die auch dem Gesetzgeber als so gefährlich erscheinen, dass auch er meint, der Verbraucher hat ein Recht zu erfahren, dass diese potentiell sehr gefährlichen Stoffe im Produkt enthalten sind.

Dies sind die Vitamine A, D, E.

Finden Sie z.B. diese Art der Deklaration:

Gehalt an Zusatzstoffen:
20.000 i.E. Vitamin A, 1.500 i.E. Vitamin D3, 17mg Vitamin E, Kupfer

ist in aller Regel das volle Sortiment aller gentechnisch/chemisch herstellbaren Vitamine dem Futter zugesetzt.

Wurde früher voller Stolz mit hohen Vitaminwerten an prominenter Stelle auf dem Sack geprahlt, hat sich auch unter den Herstellern mittlerweile herumgesprochen, dass zunehmend mehr Verbraucher um die Art der Gewinnung - nämlich auf gentechnisch/chemischen Weg - und die Gefahren der synthetischen Vitamine wissen.

Darum wird heute häufig die Angabe "Gehalt an Zusatzstoffen" oder neuerdings viel gesünder klingend "ernährungsphysiologische Zusatzstoffe" eher schamvoll versteckt und nur das ausgewiesen, was unbedingt notwendig ist.

Das Gleiche gilt für den Zusatz an Spurenelementen: ausweispflichtig ist nur Kupfer (als Buntmetall), wenn Kupfer ausgewiesen wird, können Sie aber in aller Regel davon ausgehen, dass auch Zink, Jod, Selen, Mangan, etc. in reiner Form zugesetzt wurde.

nach oben

Antioxidantien:
Steht auf dem Sack oder auf der Dose: Mit Antioxidans (EU - Zusatzstoff) sind Antioxidantien auch dem Futter selber noch zugemischt worden.

Manche Hersteller geben an, welche Stoffe sie verwendet haben, andere nicht.

Laut Futtermittelverordnung muss der verwendete Stoff nicht angeben werden, allerdings bei Nachfrage genannt werden.

Als Antioxidantien kommen vor allem BHA/BHT und Etoxiquin zum Einsatz. Alle drei Substanzen lösen Allergien aus und fördern Krebs. BHA/BHT verursachten im Tierversuch Veränderungen am Immunsystem und Blutbild und führten zu Leber- und Schilddrüsenfunktionsstörungen. Wollen SIe solche Stoffe in Ihrem Hundefutter haben und das noch ohne das Sie es wissen, da diese Stoffe nicht deklariert werden müssen sofern sie schon in den Zutaten (z.B. dem getrocknetem Lammfleisch) zugesetzt waren.

Viele Hersteller verwenden gentechnisch/chemisch hergestelltes Vitamin E oder C als Antioxdantien.

Der wirklich geschmacklose Versuch, dem Kunden dies auch noch als besonders wertvollen krebsverhindernen Zusatz zu verkaufen, ist an der zunehmenden Aufgeklärtheit der Verbraucher mittlerweile gescheitert.

Viele Verbraucher wissen mittlerweile, dass gerade Vitamin E - und dann noch in diesen Mengen - im Verdacht steht, Krebserkankungen auszulösen bzw. zu fördern.

Heute wird versucht, durch den völlig widersinnigen Werbespruch "mit natürlichem Vitamin E als Antioxidans" oder "stark tocorpherolhaltige Extrakte natürlichen Ursprungs" den Verbraucher hinter das Licht zu führen.

Bei unnatürlich hohen Dosierungen (und die liegen ja nun vor, wenn Tocopherol extrahiert wird um als Antioxidans verwendet werden zu können) können folgende Nebenwirkungen auftreten: Muskelschwäche, extreme Müdigkeit, Übelkeit, Sehstörungen, Leberfunktionsstörungen, Abfall der Schilddrüsenhormonspiegels, Blutgerinnungsstörungen. Ob "natürlichen" Ursprungs oder nicht solche Nebenwirkungen braucht kein Hund.

Viele Hersteller sind allerdings dazu übergegangen, das als Antioxidans eingesetzte Alpha-Tocopherol (synthetisches Vitamin E) unerwähnt zu lassen, und unter dem Punkt "Gehalt an Zusatzstoffen" oder "ernährungsphysiologische Zusatzstoffe" mit aufzuführen (besser zu verstecken).

Skandalös ist es, dass Antioxidantien, die zuvor in die Futterkomponenten eingemischt wurden, nicht ausgewiesen werden müssen. Ein Futter kann theoretisch voll sein mit BHA/BHT und der Hersteller wirbt legalerweise mit dem Slogan: "ohne Konservierungstoffe".

Achten Sie also darauf, dass dort steht "ohne Zusatz von Antioxidantien auch in den Komponenten".

nach oben

Zusammenfassung:
Die Verbraucherinformation ist von Gesetzes wegen in den letzten 15 Jahren eher schlechter als besser geworden. Die neuen Begrifflichkeiten sind eher zur Irreführung, als zur Aufklärung geeignet und unter der gleichen Begrifflichkeit können sich verschiedenste Rohstoffqualitäten verbergen.

Um aus der Futteranalyse und der Zusammensetzung überhaupt etwas herauslesen zu können, muss man ein echter Futterexperte sein.

Insbesondere die Pflicht zur Offenlegung des Gehaltes an Zusatzstoffen, wie gentechnisch/chemisch hergestellten Vitaminen, Antioxidantien, Aromastoffen etc. lässt sehr zu wünschen übrig.

Sicherheit bieten hier nur Anbieter, die explizit schreiben:
Zusatzstoffe: keine
oder frei von synthetischen Vitaminen.

Nur dann ergibt sich auch nicht die Möglichkeit, Antioxidatien in dieser Rubrik zu verstecken.

Des Weiteren sollten die Aufdrucke: "frei von Antioxidantien" oder "Futter und Komponenten ohne Zusatz von Antioxidatien" auf dem Sack zu finden sein, wenn Sie ein unbelastetes Futter kaufen wollen.

Bei der Qualität der Zutaten helfen nur Laboruntersuchungen, die beispielsweise die Qualität der Eiweisse aufschlüsseln.

Ein weiteres wichtiges Instrument zur Qualitätskontrolle ist die eigene sensorische Prüfung, also die Prüfung des Aussehens und des Geruchs des Endproduktes. Der Geruch sollte einwandfrei sein und der leider bei Hundefutter meistens vorzufindende beissende Geruch nach Verderbnis deutet natürlich darauf hin, dass die ausgewiesende Zutatenqualität doch nut auf dem Papier steht.

Natürlich gibt auch das Fütterungsergebnis einen Hinweis auf die Komponentenqualität. Lebensfreude, schönes Fell und neutraler Eigengeruch des Hundes zeugen von guter Qualität der Zutaten im verfüttertem Hundefutter.

Copyright bei Christoph Rabanus alle Rechte vorbehalten

März 2016

nach oben
   

Artikel:

TTIP lässt grüssen Kadavermehl in Hundefutter

Getreidefrei, vegan oder hypoallergen: Fütterungskonzepte im Wettstreit


Hundefutter: getreidefrei um jeden Preis?

 
facebook
 

externer Link:
 

Fütterungsbedingte Ursachen für Spondylosen, Arthrosen und andere Erkrankungen des Bewegungsapparates beim Hund